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Wiki-Artikel

Vom KPI zur Maßnahme – wie Kennzahlen echte Einsparungen auslösen

VR Energieservice Team
Vom KPI zur Maßnahme – wie Kennzahlen echte Einsparungen auslösen

Dieser Wiki-Artikel dient als Nachschlagewerk und wird regelmäßig aktualisiert.

Beispiel 1: Steigender Energieverbrauch pro Produktionseinheit

Ein Unternehmen stellt fest, dass der Stromverbrauch pro produzierter Einheit steigt, obwohl die Gesamtproduktion gleich bleibt.

Was der KPI zeigt:
Die Energieeffizienz verschlechtert sich.

Mögliche Ursachen:

  • Maschinen laufen länger im Leerlauf

  • Produktionsprozesse sind nicht optimal aufeinander abgestimmt

  • Anfahr- und Stillstandszeiten haben zugenommen

Konkrete Maßnahmen:

  • Laufzeiten einzelner Maschinen überprüfen

  • Leerlaufzeiten reduzieren

  • Produktionsabläufe zeitlich besser bündeln

Der KPI dient hier als Frühwarnsystem, das gezielt zur Prozessanalyse führt.

Beispiel 2: Hohe Lastspitzen im Monatsvergleich

Der KPI „Maximale elektrische Leistung“ zeigt regelmäßig hohe Lastspitzen – und damit steigende Leistungskosten.

Was der KPI zeigt:
Kurze, gleichzeitige Lasten treiben die Kosten.

Mögliche Maßnahmen:

  • Startzeiten energieintensiver Anlagen entzerren

  • Ladeprozesse (z. B. Stapler, Fahrzeuge) zeitlich verschieben

  • Steuerungen anpassen, um Gleichzeitigkeit zu vermeiden

Schon kleine Anpassungen können hier spürbare Kosteneffekte haben.

Beispiel 3: Niedrige Eigenverbrauchsquote bei PV-Anlagen

Die KPI-Auswertung zeigt, dass ein großer Teil des selbst erzeugten Solarstroms eingespeist wird.

Was der KPI zeigt:
PV-Potenzial wird nicht optimal genutzt.

Konkrete Ansatzpunkte:

  • Verbraucher gezielt in Erzeugungszeiten verschieben

  • Ladeinfrastruktur tagsüber nutzen

  • Prüfen, ob ein Speicher wirtschaftlich sinnvoll dimensioniert werden kann

Der KPI hilft dabei, Investitionen faktenbasiert zu bewerten statt nach Bauchgefühl.

Beispiel 4: Auffällige Verbräuche außerhalb der Betriebszeiten

Ein KPI-Vergleich im Monitoring zeigt unerwartet hohe Verbräuche zwischen Arbeitszeit und Wochenende.

Was der KPI zeigt:
Energie wird genutzt, ohne dass Wertschöpfung stattfindet.

Typische Maßnahmen:

  • Abschaltkonzepte prüfen

  • Stand-by-Verbräuche reduzieren

  • Zeitprogramme für Anlagen und Infrastruktur anpassen

Oft lassen sich hier schnelle Einsparungen realisieren – ganz ohne Investition.

Vom Messen zum Handeln

KPIs entfalten ihren Nutzen erst, wenn sie regelmäßig hinterfragt werden:

  • Warum verändert sich die Kennzahl?

  • Wo genau entsteht die Abweichung?

  • Welche Maßnahme bringt den größten Effekt?

So wird aus einem Zahlenwert ein konkreter Handlungsimpuls.

Fazit

Der Weg vom KPI zur Maßnahme ist der entscheidende Schritt im Energiemanagement. Unternehmen, die Kennzahlen nicht nur dokumentieren, sondern aktiv nutzen, erkennen Einsparpotenziale früher, setzen gezielter an und erzielen messbare Ergebnisse – dauerhaft und nachvollziehbar.

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