Warum Wärmepumpentarife günstiger sind als normale Stromtarife
1. Reduzierte Netzentgelte: Ein wichtigster Hebel
Ein interessanter Preisunterschied entsteht bei den Netzentgelten. Wärmepumpen mit separatem Zähler gelten als steuerbare Verbrauchseinrichtungen (§ 14a EnWG). Netzbetreiber dürfen deren Leistung in Spitzenzeiten reduzieren, um das Stromnetz zu stabilisieren.
Im Gegenzug profitieren Betreiber von reduzierten Netzentgelten. Da Netzentgelte einen erheblichen Teil des Strompreises ausmachen, wirkt sich diese Reduktion direkt auf den Arbeitspreis pro Kilowattstunde aus.
2. Wegfall von KWK-Umlage und Offshore-Netzumlage
Ein weiterer, oft unterschätzter Vorteil:
Für Wärmepumpenstrom über einen separaten Zählpunkt können die
KWK-Umlage (Kraft-Wärme-Kopplung)
Offshore-Netzumlage
auf 0,00 ct/kWh reduziert werden (§ 22 EnFG).
Das bedeutet: Diese Umlagenbestandteile, die im normalen Haushaltsstrom enthalten sind, entfallen beim Wärmepumpenstrom ganz oder werden erstattet, meist über den Stromlieferanten. Gerade bei hohem Jahresverbrauch summiert sich dieser Effekt deutlich.
Hinweis: Der Wegfall der KWK-Umlage und der Offshore-Netzumlage für Wärmepumpenstrom ist zwar gesetzlich vorgesehen (§ 22 EnFG), die praktische Umsetzung und beihilferechtliche Absicherung sind jedoch nicht in allen Fällen abschließend geklärt und können vom jeweiligen Netzbetreiber bzw. Anbieter abhängen.
3. Niedrigere Konzessionsabgabe
Zusätzlich ist die Konzessionsabgabe bei Wärmepumpenstrom in vielen Fällen niedriger als bei normalem Haushaltsstrom. Auch das reduziert den Gesamtpreis pro Kilowattstunde.
4. Voraussetzung: Separater Zähler
Damit diese Vorteile greifen, braucht die Wärmepumpe in der Regel einen eigenen Stromzähler. Nur so kann der Verbrauch eindeutig zugeordnet und vergünstigt abgerechnet werden.
Ohne separaten Zählpunkt läuft der Verbrauch über den normalen Haushaltsstrom – und sämtliche Vergünstigungen entfallen.
Fazit
Ein Wärmepumpentarif ist günstiger, weil er netzdienliches Verhalten belohnt. Reduzierte Netzentgelte, der Wegfall von KWK- und Offshore-Umlage sowie niedrigere Abgaben sorgen dafür, dass Wärmepumpenstrom strukturell günstiger kalkuliert wird als normaler Haushaltsstrom.
Wer mit Wärmepumpe heizt und noch im Standardtarif ist, sollte deshalb prüfen, ob ein separater Wärmepumpentarif wirtschaftlich sinnvoll ist.