Energiemanagement-Software richtig auswählen
1. Was bringt mir eine Energiemanagement-Software im Alltag über Excel hinaus?
Eine Energiemanagement-Software macht aus Zählerständen steuerbare Energiedaten: Sie erfasst Verbräuche automatisiert, visualisiert sie verständlich und hilft, Abweichungen, Lastspitzen und Kostentreiber schnell zu finden. Ganz ohne manuelle Tabellenpflege. Wer Energie nur über Rechnungen bewertet, steuert im Blindflug. Monitoring macht Verbräuche täglich steuerbar.
2. Brauche ich „Energiemonitoring“ oder gleich ein Energiemanagementsystem?
Energiemonitoring ist der Einstieg: Sie sehen Verläufe, Grundlast, Ausreißer und schaffen Transparenz. Ein Energiemanagementsystem (EnMS) geht weiter: Ziele, Maßnahmen, Verantwortlichkeiten, Kennzahlen und Nachweise (z. B. die DIN EN ISO 50001) werden systematisch abgebildet. Wenn Sie „erst mal messen und sparen“ wollen, starten Sie mit Monitoring (siehe: Energiemonitoring - Energieverbräuche messen). Wenn Sie Normen, Prüfungen und Reportings sicher gestalten wollen, brauchen Sie den ganzen Energiemanagement-Blick (siehe: Energiemanagement für Unternehmen).
3. Gilt für mein Unternehmen eine Energiemanagementsystem-Pflicht?
Wenn Ihre kleinste rechtliche Einheit in Deutschland in den letzten drei abgeschlossenen Kalenderjahren im Durchschnitt > 7,5 GWh Gesamtendenergie verbraucht hat, sind Sie nach § 8 EnEfG verpflichtet, ein Energie- oder Umweltmanagementsystem einzurichten Unternehmen, die die Schwelle später überschreiten, haben 20 Monate ab dem Zeitpunkt der Betroffenheit. (Wenn Sie unsicher sind: Wir klären das im Erstgespräch mit persönlichem Kontakt.)
4. Welche Daten sollte eine Energiedatenmanagement-Software erfassen, besonders in der Produktion?
Für echte Einsparungen brauchen Sie mehr als den Hauptzähler. Bewährt hat sich ein Messkonzept, das mindestens abdeckt:
Strom (Haupt- & Unterzähler, relevante Anlagen/Maschinen, ggf. Hallen/Abteilungen)
Wärme/Prozesswärme, Gas, Wasser
Typische „Hidden Champions“ im Werk: Druckluft, Kälte, Lüftung, Trockner, Öfen
Je granularer (z. B. pro Linie oder Schicht), desto schneller finden Sie die richtigen Hebel – genau dafür ist ein gutes Energiemonitoring gemacht.
5. Wie erkenne Ich, welche Energiemanagement-Software zu meinem Unternehmen passt?
Eine praxistaugliche Auswahl treffen Sie am besten mit diesen 6 Kriterien:
Datenerfassung: automatisch statt manuell
Die Software sollte Zähler, Maschinen und Medien (Strom/Gas/Wärme/Wasser) automatisch einlesen, damit Sie keine Zeit beim Ablesen verlieren und Daten lückenlos vorliegen.Echtzeit & Alarmierung: Abweichungen sofort sichtbar
Sie erkennen Grundlast, Leerlauf, Spitzen und Ausreißer direkt und können sich bei Grenzwerten automatisch informieren lassen (z. B. Anlage läuft nachts).Kennzahlen (EnPIs): Vergleichbarkeit schaffen
Erst Kennzahlen wie kWh/Stück, kWh/Mitarbeiter oder kWh/m² zeigen, ob Maßnahmen wirklich wirken, unabhängsig von Auslastung oder Produktion.Reporting & Dokumentation: Auditfähig & nachvollziehbar
Gute Lösungen liefern Berichte, Historien und Maßnahmen-Tracking (wer macht was bis wann, Ergebnis im Vergleich von vorher/nachher) wichtig für Management und Controlling.Schnittstellen/Importe: Umsetzungsfähigkeit prüfen
Achten Sie darauf, dass Sie bei der Erfassung der relevanten Daten und die Übertragung in die Software ein rund-um-Paket erhalten. Allein die Software schafft noch keine notwendigen Dateb,Skalierung: vom Einstieg bis Multi-Site
Starten Sie klein (z. B. Hauptverbraucher) und erweitern Sie später. Idealerweise ohne Systemwechsel auch für mehrere Standorte/Werke.
Genau an diesen Punkten setzt die Energiemanagement-Software der VR-Energieservice an: cloudbasiert, mit Auswertungen, Visualisierungen, Kennzahlen, Grenzwerten, Importen/Schnittstellen. Und mit der Möglichkeit, das System Schritt für Schritt zu erweitern.
6. Woran erkenne ich, ob eine „ISO 50001 Software“ wirklich hilft?
Fragen Sie den Anbieter nach drei Punkten, wenn hier sauber geantwortet wird, sind Sie meist auf der sicheren Seite:
Unterstützt das System Ziele, Aktionspläne, Maßnahmen inkl. Verantwortlichen & Status?
Können Kennzahlen sauber dokumentiert und über Zeiträume vergleichbar ausgewertet werden?
Werden Sie bei der Messung und der Anbindung der Messstellen in die Software expertenseitig unterstützt?
7. Ist die Energiemanagement-Software von VR-Energieservice auch für ISO 50001 geeignet?
Ja. Die Lösung der VR-Energieservice ist auf DIN EN ISO 50001 ausgerichtet und wird in der Praxis in Kombination mit Beratung und Messkonzept so eingeführt, dass sie im Betrieb nicht „liegen bleibt“, sondern tatsächlich genutzt wird.
8. Wie komme ich von „Daten sammeln“ zu Energie-Einsparung?
Nutzen Sie die 3-Schritt-Logik:
Transparenz schaffen (Hauptverbraucher + Grundlast sichtbar machen)
Auffälligkeiten priorisieren (Top-3 Verbraucher / Top-3 Anomalien / Top-3 Lastspitzen)
Maßnahmen + Nachmessung (jede Maßnahme braucht Ziel, Verantwortlichen, Termin, Erfolgskontrolle)
Genau hier zahlt sich Software aus: Sie macht Erfolge messbar und wiederholbar. Mehr Praxisansätze finden Sie auch unter Energieeffizienz verbessern.
9. Wie hilft die Software konkret beim Lastmanagement zur Reduzierung der Netzentgelten?
Lastspitzen entstehen selten „zufällig“. Meist kommen sie durch gleichzeitige Anläufe, Taktungen oder falsche Zeitfenster. Gute Software zeigt Ihnen wann die Spitze entsteht, welche Verbraucher beteiligt sind und welche Umstellungen sich deshalb lohnen (z. B. Verschiebung, Regelung, Puffer).
10. Gibt es Förderungen zu Energiemanagementsoftware? Wie hoch ist der Zuschuss?
Ja: Über die Bundesförderung für Energie- und Ressourceneffizienz in der Wirtschaft (EEW) können Unternehmen die Anschaffung und Implementierung von Energiemanagement-Software fördern lassen. Inklusive MSR-Technik/Sensorik, Inbetriebnahme und Schulungen. Wichtig: Die Software muss in der offiziellen BAFA-Liste förderfähiger Energiemanagementsoftware gelistet sein.
Förderquoten (EEW-Modul 3):
Kleine Unternehmen: bis 45 % der förderfähigen Kosten
Mittlere Unternehmen: bis 35 %
Große Unternehmen: bis 25 %
Wie läuft die Einführung typischerweise ab?
Kurz und pragmatisch:
Vor-Ort-Bestandsaufnahme (Zähler, Verbraucher, Datenquellen, Ziele)
Messkonzept
Anbindung (Hardware/Datenschnittstellen, erste Datenqualität sichern)
Einrichtung der Software (so, dass Technik und Controlling damit arbeiten)
Regelbetrieb (Alarme, Berichte, Maßnahmen-Tracking)
Mehr dazu unter Energiemanagement.
11. Was ist der nächste sinnvolle Schritt, wenn ich ernsthaft sparen will?
Wenn Sie Klarheit wollen, wie Sie die Software bei Ihnen kostensenkend einsetzen können: Fordern Sie eine Demo an und bringen Sie idealerweise eine letzte Jahresabrechnung + grobe Verbraucherübersicht mit. Danach können wir gemeinsam klären, ob ein relevanter Hebel eher bei Monitoring, Lastmanagement oder z. B. auch im Energieeinkauf liegt.